World Day of Rememberance 2019, 19 November (WDoR – Dritter Sonntag im November)

World Day of Rememberance
17. November 2019

World Day of Rememberance ist der dritte Sonntag im November und gilt dem Gedenken der Verkehrsunfallopfer und deren Angehörigen.

 

KONZEPTIONELLER VERMERK ZUM THEMA 2019 ANLÄSSLICH DES WELTGEDENKTAG FÜR VERKEHRSUNFALLOPFER

„DAS LEBEN IST KEIN ERSATZTEILLAGER“

Der Slogan für den diesjährigen Weltgedenktag für Verkehrsopfer bezieht sich auf die Säule 3 der Globalen Aktionsdekade: „Sichere Fahrzeuge“.

Darüber hinaus steht sie im Einklang mit dem allgemeinen Thema der dritten globalen Ministerkonferenz zur Straßenverkehrssicherheit, die im Februar 2020 in Stockholm stattfinden wird – „Erreichen der globalen Ziele 2030“.

Ungeachtet der globalen Bemühungen, die im Gegenzug unternommen werden, fördert die Art der Straßenmobilität, die auf der ganzen Welt existiert, immer noch jedes Jahr eine unerträgliche Zahl von Todesfällen, schweren Verletzungen und Krankheiten, sowohl als unmittelbare Folge von Verkehrsunfällen als auch durch Luftverschmutzung.

Jedes Jahr sterben mindestens 1,3 Millionen Menschen und bis zu 50 Millionen weitere werden durch Verkehrskollisionen auf der ganzen Welt schwer verletzt. Hinzu kommen geschätzte 4,2 Millionen vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung im Freien, von denen viele auf verkehrsbedingte Ursachen zurückzuführen sind. Darüber hinaus leiden dutzende von Millionen Menschen mehr an umweltbedingten Krankheiten, die zum Teil durch Abgase, Brems- und Reifenpartikel verursacht werden.

In der Regel werden in den weltweiten Statistiken keine Daten über Verkehrstote und -verletzte mit denen über umweltbedingte tödliche Krankheiten zusammengefasst. Wenn wir von Opfern des Straßenverkehrs sprechen, neigen wir dazu, unsere Aufmerksamkeit und Besorgnis auf das erste und nicht auf das zweite zu richten. Aber es gibt allen Grund, die globale Dramatik umfassender zu betrachten, wenn wir tatsächlich nach besseren und nachhaltigeren Antworten suchen wollen.

Die einfache Wahrheit ist, dass Kraftfahrzeuge gefährliche Geräte sind, nicht nur aufgrund ihrer inneren und äußeren Konstruktion, sondern auch aufgrund der von ihnen verursachten Verschmutzung.

Daher ist die Erkenntnis, dass doppelt so viele Menschen aufgrund von Abgasen und Mikrorückständen von Bremsen und Reifen versterben als bei Verkehrsunfällen, ein wesentlicher Schritt, um entschlossen zu handeln und das gegenwärtige Paradigma der Straßenmobilität zu ändern.

Unser Recht auf Leben – und auf Gesundheit – wird auf den Straßen der Welt täglich doppelt in Frage gestellt. Daher ist es dringend geboten, die Kurzsichtigkeit der derzeitigen Modelle der Verkehrssicherheit einzugestehen, die keine Maßnahmen zur Bekämpfung von Umweltverschmutzungstoten enthalten, denn nur dann können wir uns der komplexen Realität dieses Problems stellen und dem Andenken an alle Opfer gerecht werden.

Wir müssen gründlich über die Art der Mobilität nachdenken, die wir heute haben, die auf Werten wie Dringlichkeit, Egoismus und Materialismus basiert und die die schwerwiegenden sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Kosten, die sie für die gesamte Menschheit mit sich bringt, nicht berücksichtigt.

Motorisierte Kraftfahrzeuge werden gebaut, um den Benutzern Bewegungsfreiheit und ein Gefühl der persönlichen Macht durch Geschwindigkeit zu bieten. Gerade diese Eigenschaften machen sie zu attraktiven und zugleich riskanten Konstruktionen.

Das menschliche Leben ist kein Autoteil, das bei einem Defekt ersetzt werden kann. Die Gefahr, durch sie getötet zu werden, sei es durch mangelnde kinetische Kontrolle oder durch die Aufnahme tödlicher Abgaspartikel, ist also kein austauschbares Zubehör: Die Gefahr ist ein integraler Bestandteil ihrer Konstruktion.

Um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung 3.6 und 11.2 (bessere Gesundheit und nachhaltigere städtische Ökobilanz) müssen wir eine wirklich ganzheitliche Vision verfolgen und verstehen, dass Vision Zero nicht nur ein angestrebtes Ziel im Hinblick auf die unmittelbaren Folgen eines Verkehrsunfalls durch leichtere und sicherere Fahrzeuge ist, die die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer berücksichtigen, sondern auch das Ziel, keine Emissionen (Abgase, Brems- und Reifenreste) zu verursachen, andere, weichere und aktivere Verkehrsmittel zu fördern und Langstreckenfahrten zu reduzieren, indem wir uns auf „Null-Kilometer-Produkte“ (d.h. die Förderung der lokalen Produktion) konzentrieren.

 


 

Text als PDF: WDoR-2019.pdf

Mehr erfahren unter: https://worlddayofremembrance.org/