Unser Grundsatz

Was wir wollen und was wir uns fragen

Die VOD wünscht sich Vertreter der Öffentlichkeit und Fachleute der Verwaltung, die
verkehrssicherheitsorientierte Lösungen vor wirtschaftliche Interessen stellen.
Manchmal sind die Prioritäten der Verkehrspolitik eben nicht deutlich genug zu erkennen. Die VOD erwartet, dass Sachfragen immer eindeutig im Vordergrundstehen. Verkehrssysteme sollen dem Menschen dienen und uns allen einen sicheren und komfortablen Lebensstandard sichern sowie unsere Volkswirtschaft fördern.

Wir freuen uns daher über die Mitgliedschaft bedeutsamer Organisationen. Unsere Mitglieder sind deutsche Organisationen und Verbände sowie Selbsthilfeeinrichtungen. Als Dachverband wollen wir deren Arbeit durch Rat, durch nationale und internationale Kooperation und Geld fördern. Gemeinsam sollen die Lebensbedingungen von Verkehrsunfallopfern spürbar verbessert und auch die Verkehrsbedingungen so verändert werden, dass es immer weniger Opfer gibt.

Die VOD ist unabhängig Sachfragen werden durch die VOD ohne Ansehen der beteiligten Personen und ohne Rücksicht auf politische Ansichten behandelt. Wir lassen uns gerne helfen und teilen auch Erfolge mit anderen. Zu den Verkehrsopfern zählen wir alle Menschen , die durch den Straßenverkehr zu Schaden kommen. Das sind zunächst die unmittelbar Geschädigten, die regelmäßig rechtliche Ansprüche gegenüber einem Schädiger haben, aber auch diejenigen, die durch eine Unachtsamkeit einen großen Schaden angerichtet haben, also selbst Schädiger sind, und dadurch oftmals auch selbst zu Geschädigten werden. Es macht wenig Sinn, den Straßenverkehr durch moralisierende Abwertungen der Verkehrsteilnehmer steuern oder gar sicherer ausgestalten zu wollen. Eine derartige Vorgehensweise diskriminiert die Verkehrsteilnehmer pauschal, denn niemand will Unfälle erleiden oder verursachen. Alle Verkehrsteilnehmer sind dem historisch gewachsenen System Straßenverkehr mehr oder weniger ausgeliefert und nur wenige machen sich klar, dass Leben und Tod im Straßenverkehr eine geringere Distanz als eine Sekunde haben Kaum jemand stellt das System des Straßenverkehrs in Frage. „Menschliches Versagen“ dient gern als Erklärung von Unfällen.
Aber:
Das sogenannte „menschliche Versagen“ kann bereits beginnen, wenn Raumordnungspläne, Nutzungspläne, Verkehrsleitpläne oder die Planung und Ausführung einer Straße erarbeitet werden. Normen und Regeln, auf die viele ihre Hoffnungen setzen, sind leider auch oftmals nur Kompromisse.

Sobald wir in der VOD etwas Gewohntes bezweifeln, kommen wir schnell zu wichtigen, aber bislang
ungestellten Fragen, wie zum Beispiel:

  1. Warum muss eigentlich der Gesetzgeber die fast ausschließliche Verantwortung dem einzelnen Nutzer von Verkehrssystemen zuweisen?
  2. Warum gewöhnen wir uns als Nutzer so schnell an die ungeheuren Kräfte, die durch die Geschwindigkeiten, auch die zulässigen, entstehen? Im Arbeitsleben wäre es nicht erlaubt, wenn nur einen halben Meter neben einem ungeschützten Arbeitnehmer ein Gerät von zwei Tonnen mit 50 km/h „vorbeischießt“ - so sehen wir es aber täglich an den Gehwegkanten.
  3. Einige rufen nach dem vollständigen Ersatz des Kraftfahrers durch Technik. Aber wer kann denn belegen, dass eine automatisierte Verkehrswelt, also eine riesige Maschine, tatsächlich sicherer ist als die Eigenverantwortung des Verkehrsteilnehmers?

Die Gemeinschaft, und somit jeder von uns, zahlt viel für die bekannten und beklagten Unzulänglichkeiten des Straßenverkehrs.

Beschränken wir uns an dieser Stelle auf die rein ökonomische Sichtweise:

  • Unser staatlicher, gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Aufwand zur Aufrechterhaltung des Verkehrssystems und zur Schadenbeseitigung ist enorm.
  • Reparaturwerkstätten, medizinische Unfalleinrichtungen, Versicherungen, das gesamte Rechtswesen, die Polizei und die Verkehrsopfer mit ihren Familien und Freunden werden oftmals zu sehr gefordert.

Alle werden vom Straßenverkehr und dessen immer wiederkehrenden fatalen Folgen in hohem Maße mit Arbeitsleistungen, Hilfeleistungen, Zeitaufwand und auch mit Zahlungen in Anspruch genommen.

Ich nehme drei aktuell gewordene Problembereiche heraus, die die VOD zusammen mit unserem Mitglied subvenio e. V. bearbeitet:

  1. Warum muss ein Verkehrsopfer Monate und Jahre lang um Versicherungsleistungen kämpfen? Warum haben Opfer faktisch die Beweislast für die Schäden zugewiesen bekommen? Hier hat sich eine Verkehrung des ursprünglichen Sinns einer Haftpflichtversicherung eingeschlichen.
  2. Warum dürfen Versicherer ungestraft berechtigte Leistungen an Verkehrsopfer verschleppen?
  3. Warum gibt es immer noch fachlich schlechte Gutachten?

Die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland bittet alle Verkehrsfachleute und Politiker, das System „Straßenverkehr“ grundlegend zu verbessern. Sind wir denn eigentlich gezwungen, unter dem System „Straßenverkehr“ zu leiden und Leid zu erzeugen? Die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland sagt „NEIN“. Wir sollten uns das so nicht antun und könnten stattdessen etwas viel Wichtigeres und Schöneres tun, nämlich unsere Lebensqualität und unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit dem vermeidbaren „Blutgeld“ des Straßenverkehrs verbessern.


Prof. Dr. rer. nat. habil. Wilfried Echterhoff
Vorsitzender der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD), Münster