Deutscher Verkehrsexpertentag 2018 – Präsentation, PKin Hüttemann

„Versorgung von somatischen und psychischen Verkehrsunfallfolgen“

Verkehrsunfälle sind in der heutigen Gesellschaft fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Die tägliche Konfrontation mit dem zu oft verharmlosten „Tatort Straßenverkehr“ ist ein möglicher Grund dafür, dass die große Mehrheit der Gesellschaft kein Bewusstsein für das Gefahren und Schadenrisiko im Straßenverkehr, einschließlich der evtl. daraus entstehenden weiteren Folgen, hat. Als Folgen treten neben somatischen auch psychische Verletzungen auf, dessen Ausprägung unabhängig von der Schwere des Unfalles ist. Das Schicksal von Verkehrsunfallopfern wird in der Gesellschaft meist subjektiv schwächer gewichtet, als das Leid von Verbrechensopfern. Die bereits gefertigte Bachelorarbeit stellt ausschließlich die Problematik der Versorgung von somatischen und psychischen Verkehrsunfallfolgen dar. Zusätzlich wird die nanzielle und rechtliche Unterstützung bzgl. der Versorgung von Unfallopfern berücksichtigt. Ziel ist es, ein realitätsnahes Bild der grundsätzlichen Bedürfnisse von Verkehrsunfallopfern und den zu deren Erfüllung notwendigen Leistungen zu entwickeln. Die Versorgung und Unterstützung von Verkehrsunfallopfern sollen näher beleuchtet bzw. analysiert und der Blickwinkel der Gesellschaft auf die Verkehrsunfallopfer soll vergrößert werden. Es wird auf Problematiken eingegangen, welche sich seitens der Polizei bereits am Unfallort ergeben. Ebenso werden Unzulänglichkeiten hinsichtlich der ärztlichen Behandlung in Krankenhäusern und im weiteren Rehabilitationsverlauf in der Pfege analysiert. Auch befasst sich die Arbeit mit der Unterstützung von Hilfsangeboten und der Geltendmachung von Ansprüchen. Eine engere Zusammenarbeit z. B. zwischen der Institution Polizei und den Krankenhäusern wird genauso thematisiert, wie die besondere Bedeutung der Kostenübernahme durch die Versicherungen. Mit Hilfe dieser Aspekte gilt es die Frage zu beantworten, inwiefern Verbesserungspotenzial hinsichtlich der medizinischen, psychischen und rechtlichnanziellen Versorgung von Geschädigten nach einem schweren Verkehrsunfall besteht und ausgeschöpft werden sollte. Die Beantwortung dieser Frage basiert hauptsächlich auf Experteninterviews mit Rechtsanwälten, Hilfsorganisationen, einem Arzt und der Leitung einer Einrichtung für Intensivp ege sowie Gesprächen mit Unfallopfern. Anhand dieser ist ein umfangreiches Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Versorgung von Verkehrsunfallopfern festzustellen. Um in einem ersten Schritt die Versorgungslücken schließen zu können, müssen unter anderem Gesetze reformiert werden. Institutionen wie Polizeibehörden, Hilfsorganisationen und Krankenhäuser sowie Versicherungsträger haben dem aufbauend, insofern zu reagieren, als dass Verkehrsunfallopfer wirksamer versorgt und unterstützt werden. Eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist langfristig zielführend.

 

Zur Präsentation: VET-2018_Versorgung-somatisch-und-psychische-Verkehrsunfallfolgen.pdf

 


 

Helena Hüttemann

Helena Hüttemann
studierte Polizeivollzugsdienst an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW, Münster. Im August 2018 beendete sie das Studium mit der Bachelorarbeit „Versorgung von somatischen und psychischen Verkehrsunfallfolgen“.
Seit September 2018 versieht sie ihren Dienst als Polizeikommissarin in der KPB Warendorf.